Mobile Arbeitsplätze gefragt: Wachsender Bedarf an Geräte-unabhängiger Nutzung von Anwendungen

Autor: Robert Gerhards
Eingetragen seit: 12/2006
Letzter Beitrag: 04/2009
Beiträge insgesamt: 2
Expertenprofil   Alle Experten   

DruckversionAls E-Mail versendenZum Magazin-Forum

Das Zukunftsmodell der Arbeitsplatzgestaltung führt weg von starren, ortsgebundenen Formen hin zu flexiblen und Endgeräte-unabhängigen Konzepten. So sehen drei von fünf Unternehmen einen wachsenden Bedarf an mobilen Arbeitsplätzen. Erreicht werden sie durch Zentralisierung und Virtualisierung der Anwendungen.

Wenn von Mobilität und Technik die Rede ist, erscheinen meist sehr bekannte Namen. Sie heißen Handy, Laptop oder PDA, aber auch drahtlose Kommunikationstechniken wie WLAN und WiMax werden oft im gleichen Atemzug genannt. Sie spielen im modernen Business eine deutlich wachsende Rolle, weil die Unternehmensmitarbeiter schon lange nicht mehr nur hinter ihren eigenen Schreibtischen sitzen.

So entfällt nach einer Intel-Studie bereits jetzt durchschnittlich ein Drittel der täglichen Arbeitszeit auf Tätigkeiten an anderen Orten. Binnen der nächsten zwei Jahre soll dieser Anteil schon auf über 40 Prozent steigen. Auch die Zahl der mobilen Mitarbeiter wird steigen und sich laut der Erwartung des Marktforschungsinstituts IDC bis 2009 weltweit auf 850 Million summieren. Allein in Europa sollen bereits im kommenden Jahr rund 100 Million Menschen für ihren Arbeitgeber ständig unterwegs sein. Dazu zählen keineswegs nur die klassischen Jobs im Vertrieb und Kundenservice vor Ort. Sondern durch die wachsende Vernetzung der Wirtschaft richten Hersteller in der Industrie beispielsweise auch immer häufiger Arbeitsplätze bei ihren Lieferanten ein, arbeiten Dienstleister zur Projektunterstützung über Wochen oder Monate in den Büros der Kunden und planen unternehmensübergreifende Projektgruppen neue Produkte.

Dadurch werden die klassischen Arbeitsmethoden zusehends obsolet und unter Verwendung moderner Technologien durch flexible Arbeitsplatzmodelle ersetzt. „Diese Entwicklung ist auch am wachsenden Mobilitätsbedarf innerhalb der Unternehmensstrukturen abzulesen, weil sie inzwischen einer hohen Veränderungsdynamik unterliegen.“ Zu den Ursachen gehören einerseits die immer schneller wirksamen Einflüsse des Wettbewerbsgeschäfts, die den Unternehmen eine hohe Reaktionsfähigkeit abverlangen. Aber auch Standortverlagerungen, Firmenzusammenschlüsse und die Strategien zur Reduzierung der Fertigungstiefe tragen dazu bei, dass in organisatorischer Hinsicht das Gesicht der Unternehmen einem fortlaufenden Wandel unterliegt. Die zentrale Herausforderung bei der kontinuierlichen Umgestaltung besteht vor allem darin, Prozesse und Kapazitäten flexibel zu gestalten.

Trend zu mehr Flexibilität

Eine wesentliche Rolle spielt in dieser Hinsicht das Management der Arbeitsplätze, denn jede Modifikation von Unternehmensstrategien findet auch ihren Niederschlag in den Organigrammen. Mal bekommt die Abteilungsstruktur einen neuen Zuschnitt, mal werden Funktionen zentral konsolidiert und mal auf andere Standorte verlagert. Damit sich solche fortlaufenden Veränderungsprozesse effizient gestalten lassen, müssen Mitarbeiter beim Wechsel an ihrem neuen Einsatzort möglichst unmittelbar eine Arbeitsplatzumgebung vorfinden, die hinsichtlich der technischen Unterstützung und des Zugriffs auf Anwendungen präzise den bisherigen oder veränderten Aufgaben entspricht.

Doch obwohl in den Unternehmen Endgeräte-unabhängige Arbeitsplätze immer notwendiger werden, haben die Verantwortlichen dennoch größtenteils noch keine genauen Vorstellungen, wie sie diesen Anforderungen gerecht werden sollen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Erhebung von centracon unter mehr als 340 IT-Managern aus Firmen mit über 50 Mio. Euro Umsatz. Danach sehen 59 Prozent der Befragten einen deutlich wachsenden Bedarf an flexiblen Arbeitsplätzen, um beispielsweise eine höhere Mobilität der Mitarbeiter zu schaffen oder ihre Organisationsbedingungen zu vereinfachen. Ein weiteres Viertel erwartet in dieser Hinsicht eine moderate Entwicklung. Dagegen erkennt nur ein geringer Anteil von 14 Prozent keine oder lediglich geringe Erfordernisse, die klassischen Arbeitsplatzkonzepte zu verändern.

Lösungsansätze noch nicht bekannt genug

Trotz der deutlichen Tendenz, flexiblere Arbeitsplatzmodelle zu entwickeln, scheint vielen der Weg dorthin aber vielfach noch unklar. Nur einem Viertel der Unternehmen sind mögliche Lösungsansätze im Detail bekannt. Alle anderen haben dazu entweder nur allgemeine Kenntnisse (52 Prozent) oder fühlen sich noch völlig unzureichend darüber informiert. Dabei hat die Realisierung mobiler und Geräte-unabhängiger Arbeitsplätze für zwei Drittel der Unternehmen zumindest eine mittlere Priorität. 23 Prozent davon sehen sogar eine dringende Notwendigkeit, entsprechende Konzepte umzusetzen.

Doch solange die Arbeitsplätze infrastrukturabhängig sind, entsteht keine konsequente Mobilität“. Dafür bedarf es einer zentralen Steuerung und virtuellen Bereitstellung der von den Mitarbeitern benötigten Anwendungen. Das Prinzip sei relativ ähnlich wie beim Einsatz von Voice over IP (VoIP), wo der Benutzer aufgrund des zentralen Konzepts überall innerhalb eines Unternehmens oder an anderen Firmenstandorten über die gleiche Rufnummer zu erreichen ist. Denn die Mitarbeiter sind nicht mehr an bestimmte Endgeräte gebunden, sondern können ihre Job-Funktionen mit allen definierten Berechtigungen für zentrale Anwendungen auch an anderen Arbeitsplätzen und Standorten des Unternehmens vornehmen. Selbst der temporäre oder längerfristige Einsatz in den Räumlichkeiten von Kunden und Partnern ist bei vollständigem Zugriff auf die zugeordneten Anwendungen prinzipiell möglich.

Mehr Mobilität plus Kostenersparnisse im Support

Die technische Umsetzung einer solchen Lösung für Geräte-unabhängige Arbeitsplätze kann auf sehr verschiedene Weise erfolgen. Abhängig von den individuellen Infrastruktur-Voraussetzungen und Organisationsbedingungen ist der teilweise oder umfassende Einsatz eines Server-basierten Ansatzes zur zentralen Bereitstellung von Arbeitsplatzumgebungen ebenso möglich wie eine Virtualisierung von einzelnen Applikationen bis hin zu einer virtuellen Arbeitsplatzinfrastruktur. Identity Management-Konzepte und Lösungen für die das Management verteilter Endgeräte über Standorte hinweg runden den Ansatz des dynamischen Arbeitsplatzmanagements ab.

Der Nutzen besteht dabei jedoch nicht nur in einer höheren Mobilität, sondern gleichzeitig werden erhebliche wirtschaftliche Vorteile geschaffen: Durch Zentralisierung und Virtualisierung wird der administrative Aufwand deutlich geringer. Nach Praxiserfahrungen können dadurch beim Betrieb und Support der lokalen Benutzersysteme Kostenersparnisse von bis zu 60 Prozent erzielt werden.

Ergebnisse:






12/2006, Robert Gerhards



Robert Gerhards ist Geschäftsführer der centracon GmbH, Leverkusen.
Alle Experten   
Publizieren Sie Ihren eigenen Fachbeitrag   


Kommentare zu diesem Beitrag 


Schreiben Sie einen Kommentar zu diesem Beitrag

Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nichts und bleiben Sie informiert mit unserem Newsletter.
Ihre E-Mail Adresse:  
RSS-Feed: Alle News aktuellUnsere News auf Ihrer Website

Weitere Beiträge zu diesem Thema

IP-Telefonie überholt klassische Telefonie: Kommunikationswelt ändert sich für Unternehmen, Behörden und Privatnutzer
Vorreiter Uni Stuttgart: Konvergenz bleibt einer der Schlüsselbegriffe auf dem Telekommunikationssektor. Das geht aus der aktuellen Studie „TMT Trends 2007“ des Beratungshauses Deloitte hervor, wonach in Technologie, Medien und Telekommunikation auch ...
Ein Switch für alle Niederlassungen
Intelligente Softswitches ermöglichen die zentrale Verwaltung verteilter VoIP-Infrastrukturen und den Betrieb konvergenter Netze als Managed Service.
Freie VoIP-Anbieter führend bei Hardware-Integration
Ein DSL-Telefoniedienst eines Breitbandanbieters oder besser ein unabhängiger VoIP-Provider? Vor dieser Frage stehen Verbraucher, wenn sie ihre Festnetz- durch Internet-Telefonie ersetzen wollen ...
Mobile Business: Eine Frage der Unternehmenskultur
Mobile Kommunikationstechnik verändert Arbeitsorganisation: Für das Zustandekommen und den Erfolg von Mobile Business ist in jedem Unternehmen eine spezifische Kombination von internen und externen Faktoren verantwortlich. Zwar werden Mobility-Lösungen...
UMTS-Markt: Eine Milliarde Kunden bis 2010 - Auch Deutschland legt zu
Einer aktuellen Studie des Marktforschungsinstitutes Strategic Analytics (SA) zufolge wird die weltweite Zahl der UMTS-Mobilfunk-Kunden im Jahr 2010 die Schallmauer von einer Mrd. überschritten haben. Nachdem bereits bis vergangenen Juni 100 Millionen ...

Beiträge aus anderen Themenbereichen

VOICE Days plus: Deutschlands Servicewelt im Fokus
Im Interview spricht der Schirmherr der Initiative Prof. Dieter Spath über "Das Konstruktionsbüro für Dienstleistungen" und vieles mehr. Am 12. Oktober eröffnet Prof. Dieter Spath den VOICE Days plus Kongress...
Lösungsmöglichkeiten zum Konflikt der E-Mail-Archivierung mit Fernmeldegeheimnis und Datenschutz
Die Gestattung der privaten Nutzung der betriebseigenen IT-Infrastruktur durch die Mitarbeiter bringt nicht zu unterschätzende rechtliche Komplikationen mit sich – gerade was auch die Archivierung von E-Mails anbelangt...
eCommerce & Datenschutz - Das sollten Sie wissen
Datenschutz spielt auch im eCommerce eine große Rolle. So müssen z.B. für den Betrieb eines Onlineshops die gesetzlichen Vorschriften zum Datenschutz eingehalten werden...

Sponsored Links

Erotische Malerei
Das Content Management PortalDas Dokumenten Management PortalDas IT-Security PortalDas Customer Relationship Management PortalDas E-Commerce PortalDas Enterprise Resource Planning PortalPortal für VoIP und mobile KommunikationDas Magazin für IT im KrankenhausDas Verzeichnis für IT-Profis
homeimpressumerklärung zum datenschutz - privacy policykontaktwerbung

Schnellsuche




Aktuelle Umfrage


Telefonieren Sie über das Internet?



Aktueller Buchtipp